Montag, 19. Dezember 2016

E-Gitarrenbau als Schulprojekt (1)

An der Hinterlandschule laufen seit letzem Jahr einige interessante DiY-Gitarrenbau-Projekte: besonders spektakulär ist die DOPPELHALS-TELE von Lukas, die wir nun im Oktober fertig gestellt haben.

Hier eine kleine Doku:



Further Information:
Das schulische Projekt umfasst seit Sommer 2015 die Konzeption und den Bau verschiedener E-Gitarren, überwiegend auf der Basis unbehandelter, aber vorgefertigter Standardteile.

Die AG Gitarrenbau wurde eingerichtet für interessierte Schüler/innen der Jahrgänge 7 bis 10 im Rahmen des schulischen Ganztagsangebotes der Hinterlandschule am Standort Breidenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Leitung: R. Müller-Brodmann (stv.SL)
Fachlich unterstützt durch "Launhardt Guitars", Leun
(Thanx to Tom Launhardt, RIP!)

-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
with kind regards
Mr. MB

Mittwoch, 15. Juni 2016

Gitarrenportrait: Gibson ES 175 cc

Ein Post zu meiner "Gitarre des Monats" 

ES 175cc an Fender Vaporizer




Hier ein kleiner Clip meiner "echt vintage" Gibson Jazzgitarre (Ser.Nr. # 724 79 009)!



Die Gibson ES 175CC ist ein wirklich seltenes Instrument. Die Serie wurde nur 1979 aufgelegt und es wurden insgesamt weniger als 500 Stück gefertigt.

Diese elegante Gitarre ist bestückt mit einem OneRail-Pickup, dem der Jazz-Gitarrist Charlie Christian (* 29. Juli 1916; † 2. März 1942) seinen Namen gab. 

Technisch gesehen ist das ein Singlecoil-Pickup mit einer zentralen Polschine. Es ist einer der ersten modernen Pickups (Abk. PU; dt.: elektromagnetischer Tonabnehmer): 1936 eingeführt ersetzt der Charlie-Christian-Pickup den früheren Hufeisenmagneten Pickup von Rickenbacker und bringt eine kleine Klangrevolution. Es wurden drei verschiedene Versionen gebaut: das 1936er ES150 Modell mit der "geraden Klinge", das spätere Modell mit der Kerbe unter der H-Saite und das ES250-Modell mit sechs separaten Polschuhe-Absätzen in der zentralen Schiene.
sechs "notches" und abgesenktes "H"
2
durchgehende Polschine

Charlie Christian benutzte diesen PU mit der Gibson ES 150 erstmals im Jahr 1937 in Oklahoma City bei einer Jam Session mit der Band von Count Basie. Er konnte so seine Soli endlich lauter herausbringen und sich auch in großen Besetzungen klanglich durchsetzen. Charlie erhielt dann im April 1940 eine ES 250 mit diesem PU, die er bis zu seinem Tod März 1942 spielte. 
Zwei ES 250 und der Gibson ComboAmp
Er verstärkte die Gitarren über einen Gibson-Comboamp und entwickelte eine bemerkenswerte Solotechnik, z.B. auch in der Big Band und in Ensembles von Benny Goodman.

Im Jahr 1978 wurde der CC-Pickup mit nährungsweise originalen elektromagnetischen Parametern, aber in der Bauweise mit gekerbter Polplatte für die ES-175 neu aufgelegt. 

Die 175CC wurde 1979 eingeführt, in der Norlin-Periode von Gibson. Sie verkündeten ihre Ankunft wie folgt: "Nur wenige Gitarren haben in ihrer Grundform derart Anklang gefunden wie die ES175 (...) Jetzt hat Gibson die 175CC veröffentlicht, eine Gitarre, die sich zwangsläufig bemerkbar machen wird. Aus der einfache Kombination eines klassischen Pickup mit einer klassischen Gitarre resultiert ein schönes und individuelles Instrument ." *)

Trotz des hohen Vertrauens in dieses Instrument hatte es nicht den erwarteten Publikumserfolg und wurde daher nur für kurze Zeit ausgeliefert. Eine Gesamtzahl von 489 Exemplaren wurde in 1979 produziert, dem alleinigen Herstellungsjahr.
Die ES 175 CC ist kein Signature-Modell (da Christian 1942 verstarb), sondern eher eine Hommage an diesen bedeutenden Gitarristen!

Quellen: 
1) The Gibson ES175 - its history and players, by Adrian Ingram, (c) 1994 
2) wikipedia 
a) http://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_Christian
b) http://de.wikipedia.org/wiki/Gibson_ES-150

*) orig. Zitat - Norlin's annual sales/promotional magazine Gibson '79:
"Only few guitars in their basic form have proved as popular as the ES175... Now Gibson has released the 175CC, a guitar that is bound to make its presence felt. By the simple combination of a classic pickup with a classic guitar, a beautiful and individual instrument results."

Montag, 7. März 2016

Projekte aus Gitarrenbau & Elektronik

Für unsere Schule (HLS Breidenbach) planen wir derzeit praxisorientierte AG-Angebote im musischen und technischen Bereich. Ich selber beabsichtige in "Schnittmenge" etwas zu Gitarrenbau & Elektroakustik (bzw. elektronische Klangbearbeitung) anzubieten und habe mich in der letzten Zeit verstärkt damit befasst.
Mit diesem Video stelle ich mein erstes abgeschlossenes Gitarrenbau Projekt vor. Es zeigt wesentliche Arbeitsschritte zum Bau einer Les Paul Junior DC, basierend auf einem Bausatz von ML-Factory. Ich nutze dabei nicht den kompletten Bausatz, sondern nur Korpus und Hals als vorgefertigte, aber unbehandelte Bauteile. Elektronik und Hardware habe ich über Rockinger und andere Anbieter bezogen. Das Konzept habe ich geringfügig variiert, aber es ist ganz klar eine „Junior“!


Die Gibson Les Paul ist an sich hinlänglich bekannt, die „Les Paul Junior“ nicht unbedingt. In der Geschichte von Gibson wurden verschiedene Modelle der Les Paul hergestellt. Einige dieser LP-Modelle besitzen ein oder zwei Single Coil Pickups des Typs P90. Dieser Tonabnehmer-Typ erlebt in den letzten Jahren eine Art Renaissance - er liefert einen dynamischeren, helleren Ton als die Humbucker, bleibt dabei dennoch recht „fett“ im Ton und ist daher vor allem bei Blues- und Rock-'n'-Roll-Musikern beliebt.